Cyanotypie

Als ich vor vielen Jahren erstmals kleine Abbildungen von cyanotypischen Fotogrammen von Anna Atkins sah, hat mich die Cyanotypie in ihren Bann gezogen und bis heute nicht losgelassen.

Dies sicher auch,  weil vom Verlust der Aura bei der Cyanotypie merkwürdigerweise nicht die Rede sein kann, da sie gleichzeitig eine Reproduktionstechnik und ein Original ist.

Die Cyanotypie als eine chemische Technik mit der Energie der Sonne tränkt das Papier mit farbigen Flecken. Es entsteht ein Sehen, welches die grafischen Eigenschaften der Lichtbildnerei ebenso hervorbringt, wie es die pikturalen Eigenschaften einer Monochromie in Erscheinung treten läßt. Die Cyanotypie malt chromatisch, d.h. mit der Farbdichte spielend, aber monochrom.

Die Schwarz/weiß-Fotografie zeigt die Welt wie wir sie so nie sehen. Der Mensch sieht eben  nicht farblos in claire.obscure (hell-dunkel), sondern sogar in der Nacht mit Restlicht des Tages getönt.

Daher beseelen wir die Bläue der Cyanotypieaufnahmen mit der Stimmung der blauen Stunde oder mit der schwindenden Nacht.


 

Fotogramm

Hier kommen verschiedene Lichtphänomene zur Erscheinung: Überblendung, Durchleuchtung, Schattenwurf und Distorsion.

Mit dieser Technik legt sich der Raum in eine Fläche wobei diese eine Binnenräumlichkeit durch die Farbnuancen bekommt. Durch diese Lichtspiele entsteht ein Zauber der Bildlichkeit, wie man das schon in den Projektionen mit der Laterna magica seit Jahrhunderten bewunderte.


 

Lochkamera

In der Lochkamera entsteht eine verkehrte Welt wie eine Fata Morgana. So verwandelt sich eine Dunkelkammer (chambre noir) in eine camera obscura, in der eine Permanenz der Vorlage auf ein lichtempfindliches Material gewahrt bleibt.